BROSCHÜRE ZUM 6. JULI 1981
Gedanken und Vorgaben zur Planung

 

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Gedanken zur Planung


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Der Architektenwettbewerb für den nun fertiggestellten Bauabschnitt wurde im Jahre 1977 durchgeführt. Eine der wichtigsten Forderungen der Ausschreibung war, daß die Baumaßnahme besonders behutsam und sich der Landschaft unterordnend, gestaltet wird. Die im Westen des Grundstücks verlaufende Hangkante des Würmtales war dabei für das Orts- und Landschaftsbild von besonderer Bedeutung.
Die Einordnung in die Umgebung, die Gliederung der Baumassen und Freiräume, sowie die Maßstäblichkeit im Detail erforderten deshalb besondere Aufmerksamkeit. Das Gymnasium wurde zweigeschossig als Zentralbau mit ausgreifenden Flügelbauten konzipiert. Die scharf begrenzten Pultdächer gliedern das Gymnasium in kleine Einzelbereiche und stellen die Maßstäblichkeit zur angrenzenden Wohnbebauung her. Die quer zum Gymnasium gestellte Turnhalle wird ebenfalls durch einzelne Sheds geteilt; vorgelegte Dächer und Anbauten gliedern den langgestreckten Baukörper. Gymnasium und Turnhalle schaffen bereits jetzt, auch ohne die weiteren, von der Gemeinde Planegg geplanten Gemeinschaftseinrichtungen wie Bürgerhaus und Hallenbad, einen städtebaulich stimmenden Raum.

Gliederung:
Über die helle, zentrale Eingangshalle, die sich in das Obergeschoß mit einer Galerie fortsetzt und dadurch für Veranstaltungen besonders geeignet ist, erreichen die Schüler ihre Klassen oder die entsprechenden Fachräume. Der naturwissenschaftliche Trakt mit den Lehr- und Übungssälen für Physik, Chemie und Biologie liegt im Erdgeschoß und ermöglicht eine problemlose Erweiterung nach Westen; sobald dies notwendig wird. Zeichen- und Werksäle liegen der gleichmäßigen Lichtverhältnisse wegen nach Norden um einen gemeinsamen, ummauerten Hof. Der Musik- und Mehrzweckraum ist der großen Eingangshalle zugeordnet und kann je nach Bedarf in diese einbezogen werden. Im Obergeschoß sind fast alle Klassenzimmer, Lehrerzimmer und Verwaltungsräume untergebracht. Die Klassenzimmer werden durch die Pultdachkonstruktion von zwei Seiten belichtet.

Bauabschnitte:
Der Endausbau der gesamten Anlage wird sich in mehreren Ausbaustufen vollziehen. Bereits während des ersten Bauabschnittes wurde das Raumprogramm um drei Klassen zuzüglich der notwendigen Fachräume erweitert.
Der Ausbau zu einem dreizügigen Gymnasium ist beschlossen; der Beginn der Rohbauarbeiten ist für Frühjahr 1982 geplant. Das Gymnasium wird dann in 21 Klassen und den Räumen der Kollegstufe cirka 900 Schüler beherbergen.

Heizung:
Die Heizanlage liegt zentral für die spätere Gesamtanlage einschließlich Hallenbad und Bürgerhaus. Sie wurde als Wärmepumpenheizung geplant. Für die beiden Bauabschnitte des Gymnasiums zusammengenommen können 50% an Primärenergie (in diesem Falle Gas) eingespart werden. Das Wirtschaftsministerium hat die Anlage als Demonstrationsprojekt mit 100.000 DM gefördert. In der Turnhalle erläutert ein Fließschaubild mit Tonbildkommentar die Arbeitsweise der Anlage.

Konstruktion:
Die Tragkonstruktion des Schulgebäudes besteht aus einem Stahlbetonskelett mit Aussteifungswänden, das im allgemeinen auf einem Raster von 8,40/8,40 m aufgebaut ist. Die Stützenabmessungen betragen 40/40 cm. Die Rohdecke mit einer Höhe von insgesamt 66 cm wurde aus Ortbeton gegossen. Die Kassetten haben Achsmaße von 1,20/1,20 m. Auf diesem Modul wurde die gesamte Trag- und Ausbaukonstruktion aufgebaut. Mit Ausnahme der Erschließungsflure wurde das gesamte Obergeschoß in Holz-Leim-Konstruktion erstellt. Die Stützen haben die Maße 12/18 cm, die Sparren 12/35 cm. Je Klassenraum übernehmen zwei Zangenpaare zusammen mit 12/45 cm starken Sparren die Queraussteifung.
Die Überdachung der Pausenhalle tragen ebenfalls Leimbinder. Darauf liegt die Aluminiumkonstruktion mit dem Glasdach (ca. 66% Reflektion der Lichtenergie).
Die Haupttragelemente der Turnhalle bestehen aus vier über 30m gespannten Holzleimbindern im Querschnitt von 20/220 cm im Abstand von 3,00 m bzw. 12,00 m. Die Nebenträger haben die Maße 20/120 cm, ihr Abstand beträgt rund zehn Meter. Die aufgestellten Sparren haben drei Meter Abstand, ihre Maße betragen 12/90 cm. Der flachgedeckte Teil der Turnhalle wird von Trapezblechen überspannt.

Fassade:
Die Fassade lebt vom Gegensatz der weiß gestrichenen Wandflächen und den dunkel lasierten Fenster-, Balkon- und Brüstungselementen. Die gesamte Fassadenabwicklung des Gymnasiums ist auf dem Rastermaß 1,20 m aufgebaut. Als Material für außenliegende Fenster und Türen wurde dunkelbraun lasiertes Holz mit 3-Scheiben-Isolier-verglasung verwendet.
Die Lüftungsöffnungen sind als Dreh- und Drehkippflügel ausgebildet. Der Sonnenschutz wird sowohl durch vorgelagerte Putzbalkone, als auch durch außenliegende elektromotorisch betriebene Markisen gewährleistet.

Materialien und Farbgestaltung:
Planungsgedanke und Material- bzw. Farbwahl bedürfen der gegenseitigen Abstimmung und Ergänzung. So wurden Materialien mit natürlichen freundlichen Farben bevorzugt.

  • Ziegelwände, verputzt und geweißt;
  • soweit Massivdecken erforderlich, lebendige Stahlbetonkassettendecken, unverkleidet;
  • schräge Klassendächer und Turnhallendach in Holzkonstruktion
  • Fenster- und Brüstungselemente in Holz (dunkel lasiert)
  • geneigte Dächer in roter Ziegeldeckung (Romanokremper naturrot)
  • Verblechungen in Kupfer
  • leuchtend gelbe Sonnenschutzmarkisen
Auf die Auswahl der Bodenbeläge wurde besonderer Wert gelegt. Im Außenbereich wurden hellgrauer Granit, Olympiamastix mit hellem Riesel und Ziegelpflaster in verschiedenen Mustern eingebaut. Für die Klassenräume, die Verwaltung und die Flure im Obergeschoß wurde olivgrüner Textilbelag gewählt. Der Werkraum wurde mit Industrieparkett belegt, die übrigen Fachräume haben einen PVC-Belag; Bibliothek, Flure, Pausenhalle und Musiksaal, sowie die Eingangshalle, die Flure und die Umkleideräume der Turnhalle erhielten Ziegelfliesen von 30/30 cm. Alle Sanitärräume haben einen hellbeigen Keramikbelag. Der Schwingboden in der Sporthalle ist als punktelastische Konstruktion - bestehend aus Gummigranulat und Verschleißschicht - ausgeführt.

Klaus Heilmann • Emil Kath

Vorgaben zur Planung

1.Zahl der Schüler
1.1gegenwärtig560 Schüler
1.2Schuljahr 1981/1982ca. 700 Schüler
1.3Endausbau
21 Klassen + Kollegstufe
ca. 900 Schüler
 
2.Flächen
2.1Grundstücksgrößeca. 65.000 m²
2.2Gymnasium
 Hauptnutzfläche
Nebennutzfläche
Funktionsfläche
Verkehrsfläche
2.700 m²
337 m²
138 m²
750 m²
3.927 m²
2.3Geplanter Endausbau
 Hauptnutzfläche
Nebennutzfläche
Verkehrsfläche
1.792 m²
213 m²
611 m²
2.616 m²
2.4Amtsmeistergebäude125 m²
2.5Turnhalle 27/45 m
 Hauptnutzfläche
Nebennutzfläche
Funktionsfläche
Verkehrsfläche
1.767 m²
271 m²
260 m²
324 m²
2.622 m²
2.6Regiegebäude9 m²
 
3.Rauminhalte
3.1Gymnasium19.730 m³
3.2Geplanter Endausbau11.689 m³
3.3Amtsmeistergebäude
einschl. Garage
1.023 m³
3.4Turnhalle21.906 m³
3.5Regiegebäude234 m³
 42.893 m³
 
4.Baukosten
ohne Grundstücksanteil
4.1Gymnasiumca. 12.000.000,-- DM
4.2Turnhalleca. 8.700.000,-- DM
4.3Außenanlagenca. 2.500.000,-- DM
4.4geplanter Endausbauca. 7.750.000,-- DM

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